Gut, dann fahren wir mal fort. Leider muss ich noch mal fast von vorne anfangen, Text weg... :evil:
12. Kapitel - Erkundungen in der Tiefe
Wie immer waren sich die Zwerge mal wieder uneinig, wer als erster von ihnen den geheimen Gang erforschte. Thorins salbungsvolle Rede, die Bilbo nur wieder Honig in den nicht vorhandenen Bart schmieren sollte, machte klar, dass die Sache mal wieder beim Hobbit liegen blieb.
Als Begleitung bot sich auch nur Balin auf seine Nachfrage an, ihn ein Stück zu begleiten, falls er Hilfe bräuchte. So wirklich enttäuschte es den Hobbit nicht, mittlerweile hatte er die Zwerge ja ganz gut kennen gelernt.
Da zeigte sich mal wieder, dass Zwerge eigentlich eher Geschäftsleute als Helden und legen auf Geld mehr wert wie auf Heldentum.
Bilbo hatte mit diesem Gang auch mehr Glück, da dieser von den Zwergen angelegt worden war. Er führte also gleichmäßig und fast gerade abfallend in den Berg hinein. Nach einer Weile, man konnte gerade noch schwach den Eingang erkennen und Geräusche der zurück gebliebenen Gefährten hören, als sie auch Balin von Bilbo verabschiedete. Das Echo warnte ihn, dass er ab hier vorsichtiger zu Gange sein musste und somit steckte sich Bilbo den Ring an.
Ganz glücklich war Bilbo über seinen Alleingang nicht und im Stillen machte er sich selber Vorwürfe über seine eigene Dummheit, sich zu diesem Abenteuer überredet zu haben. Er hoffte irgendwie, dass er gleich aufwachen würde und der Gang zu seiner Eingangshalle daheim führen würde. Was jedoch nicht passierte. Nach einer Weile drang kein Schimmer mehr den Gang hinein, aber er spürte, dass es auf einmal wärmer wurde. Ihm war, als glühte etwas vor ihm.
Und er hatte Recht, ein roter Lichtschein wurde heller und es wurde richtig heiß im Stollen. Bilbo fing an zu Schwitzen und er hörte mehrere Geräusche, eins davon klang verdächtig nach dem Schnurren eines riesigen Katers, das zum Schnarchen eines Riesentieres ausartete.
Hier in diesem heißem Tunnel vor dem rotem Licht vollbrachte der kleine Hobbit seine größte Heldentat, die alle voran- und nachfolgenden Taten von Bilbo Beutlin in den Schatten stellten. Er bezwang seine Angst und ging weiter, obwohl er nicht wusste, was da vorne auf ihn wartete.
Und dann war er am Ziel: Als der Hobbit vorsichtig seine Nase durch die Öffnung am Ende des Tunnels steckte, sah er den untersten Keller, das Schatzverlies der Zwerge. Der Raum lag fast im Dunkeln und vom Boden stieg das rötliche Glühen auf, es kam von Smaug. Bilbo hatte den Drachen gefunden!
Smaug lag tief schlafend vor ihm. Unter seinen Gliedern und dem mächtigen aufgeringelten Schwanz, neben ihm und überall auf dem Boden verteilt, lag ein ein Haufen kostbarer Sachen, ob verarbeitet oder unverarbeitet, Gold oder Silber und Juwelen.
Durch das lange Liegen auf dem Schatz waren viele Schmuckstücke fest mit der Brust und dem Bauch des Drachen verkrustet. Sie schützten ihn wie einen extra angefertigten Panzer. Hinter dem Drachen an der Wand konnte man Kettenhemden, Äxte, Schwerter und Speere hängen sehen. Davor standen riesige Krüge und andere Gefäße, die mit Kostbarkeiten gefüllt waren, die man nicht zählen konnte.
Völlig fassungslos stand Bilbo da, es hatte ihm einfach die Sprache verschlagen. Er hatte zwar schon davon gehört, welch riesige Schätze Drachen anhäufen konnte, aber was er das sah verschlug ihm die Sprache und dem Atem.
Es dauerte lange, bis der Hobbit sich von dem Anblick losreißen konnte. Flink eilte er zum nächst gelegenen Schatzhügel und ergriff einen großen Pokal mit Henkeln. Dieser war so schwer, dass er ihn gerade so tragen konnte. Er schielte schnell zu dem Drachen hinauf, der kurz mit einer Schwinge zuckte. Bilbo floh. Diesmal jedoch sollte der Drache nicht erwachen.
Er rannte den Gang entlang und dachte nur, dass er es geschafft hatte und er jetzt wirklich ein Meisterdieb war.
Balin war überglücklich über den Anblick von Bilbo und trug ihn hinaus an die frische Luft. Bilbo bekam von der Freude der Zwerge fast nichts mit, er war nur froh, wieder frische Luft zu spüren und atmen zu können.
Während die Zwerge vor Begeisterung ganz außer sich waren und nur über den wiedergefundenen Schatz reden konnten, kamen aus der Tiefe des Berges plötzlich schreckliche Geräusche. Nur ein Stein verhinderte, dass die geheime Tür zugeschlagen wurde, aber dadurch drang auch fürchterliches Gebrüll und Getrampel aus dem Berg zu ihnen hinauf.
In ihrer Freude hatten sie doch glatt vergessen, dass sie direkt neben einem lebenden Drachen waren. Mit lautem Gebrüll brachte sich Smaug ihnen wieder in Erinnerung.
Der Drache war aus einen Traum aufgewacht, in dem ein kleiner Krieger ihm seinen Schatz klauen wollte und was musste er beim Erwachen feststellen! Er roch etwas Fremdes und von oben kam wieder ein Lufthauch. Hatte er nicht auch kürzlich von diesem kleinen Loch her ein Klopfen gehört? Smaug ärgerte sich darüber, dass er das kleine Loch nicht zugestopft hatte und schaute sich misstrauisch in seiner Höhle um. Mit einem Mal bemerkte er das Fehlen des Pokals und er wurde furchtbar wütend. Seit er den Berg erobert hatte und ihm der Schatz gehörte, war ihm so etwas noch nie passiert. Man hatte ihn beklaut!
Er spie Feuer, er schlug gegen die Wände und gegen das Loch, er brüllte wütend auf und raste durch das große Tor bis zum Hauptgang hinauf. Er musste den Dieb erwischen. Wasser stieg als Dampf empor, als der Drache aus dem Tor stürzte, die Zwerge hörten das Rauschen der Schwingen und pressten sich gegen die Felswände.
Sie wären wohl alle umgekommen, wenn sie Bilbo nicht gehabt hätten. Er rief ihnen zu, dass sie in den Tunnel müssten, aber ihnen viel ein, dass zwei von ihnen noch unten im Lager waren und wenn ihnen keiner zu Hilfe kam, würden sie Opfer des Drachens werden.
Gerade noch rechtzeitig konnten sie Bofur, den schnaufenden Bobur, Handwerkszeug und Verpflegung nach oben schaffen. Dann brauste der Drache aus dem Norden heran. Seine Flammengeschosse fegten über die Berghänge, seine Schwingen brausten und von seinem heißen Atem wurde das Gras verbrannt. Die Ponys schrien ängstlich auf und rannten davon, verfolgt vom wütenden Smaug.
Sie krochen noch tiefer in den Gang hinein und blieben bis die Dämmerung hereinbrach.
Zu diesem Zeitpunkt verrauchte auch etwas der Zorn des Drachen, aber Smaug würde den Diebstahl nie vergessen. Leise kroch er in seine Höhle zurück, um neue Kräfte zu sammeln und zu warten.
Da die Ponys fort waren und die Zwerge nicht wussten, wo genau Smaug nun war, blieb ihnen nichts anderes übrig als zu warten. Sie hatten genügend Vorräte und sie stimmten überein, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt war, um die Unternehmung zu beenden. Dies war immer der Schwachpunkt in ihrem Plan gewesen und ihnen fiel leider nichts ein, wie sie den Drachen loswerden konnten.
Da sie nicht weiter wussten, fingen sie an zu murren und machten auf einmal Bilbo für ihr Unglück verantwortlich. Sie warfen ihm vor, viel zu zeitig den Pokal gestohlen zu haben und damit den Zorn des Drachen geweckt zu haben.
Der war natürlich über den Vorwurf verärgert und war den Zwergen vor, das Ganze nicht richtig geplant zu haben. Er hätte es ja nie alleine geschafft, den Schatz vom Drachen wegzubringen.
Auf Thorins Nachfrage entgegnete Bilbo, dass er momentan auch keinen anderen Rat hätte, als erst einmal abzuwarten. Tagsüber könnten sie ja vorsichtig frische Luft schnappen und die Gegend sondieren.
Des weiteren bot er an, mit Hilfe des Ringes gegen die Mittagszeit nochmals hinunter zu schleichen, da der davon ausging, dass um diese Zeit Smaug ein Mittagsschläfchen halte würde. Eventuell könnte der dabei eine Schwachstelle beim Drachen entdecken.
Dieses Angebot ließen die Zwerge sich natürlich nicht entgehen. Gegen die Mittagszeit machte sich Bilbo auf den Weg und hätte er mehr über Drachen gewusst, dann wäre er wohl vorsichtiger gewesen und nicht davon ausgegangen, dass Smaug wirklich ein Schläfchen machte.
Am Ziel angekommen, hätte der Hobbit beinahe einen großen Fehler begangen und die Halle betreten. Gerade noch rechtzeitig gewahrte er einen dünnen durchdringenden roten Strahl unter dem linken Augenlid des Drachen.
Auch wenn der Drache ihn nicht sehen konnte, so hatte er den Hobbit doch gerochen. Gott sei dank war Bilbo nicht ganz unerfahren in Drachenkunde und ließ sich von Smaug nicht so leicht überlisten und fing an, Smaug zu schmeicheln und gleichtzeitig herauszufordern, ohne das dieser es bemerkte.
Gegenseitig versuchten sie sich mit Worten zu überlisten. Smaug wollte unbedingt erfahren, wer Bilbo war, da er mit dessen Geruch nichts anfangen konnte und Bilbo wollte gleichzeitig eine Schwachstelle beim Drachen finden und nichts über seine Gefährten und die Mission verraten.
Bilbo machte es mittlerweile eine Riesenspaß mit dem Drachen Rätselspiele zu veranstalten. Dem alten Smaug jedoch nicht minder und der war sich mittlerweile ziemlich sicher, dass die Menschen von Seestadt etwas mit dem Unbekannten zu tun hatten. Gleichzeitig hatte er Zwergengeruch bei den von ihm verspeisten Ponys wahrgenommen. Was ihn jedoch mächtig verwirrte, war der Geruch des Hobbits.
Bilbo machte die ganze Sache zwar Spaß, aber ihm wurde es auch langsam ungemütlich. Er ahnte es zwar nicht, aber so langsam fing er an, dem Drachenzauber zu erliegen.
Mit der Feststellung, dass Bilbo und seine Gefährten nicht wussten, wie sie den Drachenschatz von hier weg bekommen wollten, hatte er ihn überrumpelt.
Bilbo erlag immer mehr dem Zauber und verriet ihm, dass sie vor allem aus Rache gekommen waren. Smaug fing an zu lachen und machte dem Hobbit klar, dass er jetzt viel mächtiger und stärker ist, als damals, als er die früheren Herrscher vor und im Berge vertrieb.
Mit einem letzten Rest von Mut, entgegnete er Smaug, dass er immer dachte, dass Drachen um die Brust etwas empfindlich wären. Smaug war leicht eingeschnappt und verreit dem Hobbit, dass er dank der Diamanten und Schmuckstücke sich einen guten Unterpanzer angelegt hatte. Daraufhin schmeichelte ihm Bilbo erneut und Smaug, der nicht wusste, dass Bilbo schon vorher einen Blick auf seinen Brustpanzer geworfen hatte und nur auf eine Gelegenheit wartete, sich das ganze genauer anzusehen, rollte sich herum und zeigte seine Vorderfront.
Bilbo huldigte seiner fehlerfreien Schutzschicht und schmunzelte innerlich. Er hatte auf Smaugs linker Brustseite einen leeren Fleck entdeckt, wie bei einer Nacktschnecke.
Nachdem Bilbo gesehen hatte, was er sehen wollte, machte er sich schnell vom Acker. Leider ließ er sich noch zu einer unbedachten Äußerung über schwer zu fangende Meisterdiebe hinreißen, während er den Gang zurück rannte.
Smaug spie Feuer hinter ihm hinterher und Bilbo verlor fast das Bewusstsein vor Schmerz und Angst. Im Stillen schimpfte er sich selber einen Narren und rief sich ins Gedächtnis, dass er noch längst nicht alle Abenteuer hinter sich hätte. Womit der mal wieder Recht haben sollte.
Der Abend war fast hereingebrochen, als Bilbo aus dem Gang stolperte und in Ohnmacht fiel. Die Zwerge kümmerten sich um ihn und seine Brandblasen.
Nachdem Bilbo wieder zu sich gekommen war, wollten sie natürlich wissen, was darin vorgefallen war, aber Bilbo machte sich Sorgen und fühlte sich unbehaglich. Nach einigen Überdenken bedauerte er einiges, was er zu dem Drachen gesagt hatte und war nicht besonders glücklich darüber, dies den Zwergen zu erzählen.
Die alte Drossel war wieder da und lauschte jedem Wort, das gesprochen wurde. Hier zeigte sich auch die schlechte Laune des Hobbits, denn er warf einen Stein nach ihr. Diese ließ sich jedoch nicht vertreiben, sie flatterte kurz auf und setzte sich wieder.
Thorin sagte ihm, dass der die Drossel in Ruhe lassen sollte, da dies freundliche und gutmütige Vögel seien. Außerdem wäre dies ein sehr alter Vogel und es könnte ein alter Abkömmling der zahmen Vögel sein, die zu Lebzeiten seines Vaters und Großvaters hier lebten. Er erwähnte weiterhin, dass die Menschen von Dal die Sprache verstehen konnten und diese als Boten benutzten.
Nach einigen Zögern verriet er, dass er ziemlich sicher war, dass Smaug aus seinen vielen Rätseln sicher erraten hatte, dass sie aus Richtung von Seestadt gekommen waren und von dort auch Hilfe erhalten hatten. Bilbo hatte Angst, dass der nächste Ausflug des Drachen nach Seestadt führen würde.
Die Zwerge versuchten ihn zu trösten und verreiten, dass es sehr schwer wäre, den Fragen eines Drachen auszuweichen.
Sie erinnerten ihn daran, dass ihm mehr geglückt war, als manch anderen, der Smaug und seiner Sippschaft zu nahe kam und dann hatte er auch noch eine Schwachstelle bei ihm herausgefunden.
Die Zwerge überlegten hin und her, wie sie den Drachen töten könnten und diskutierten bis in die Nacht. Die Drossel lauschte ihnen die ganze Zeit und flog erst weg, als die Sterne herauskamen.
In Bilbo wuchsen immer mehr die dunklen Vorahnungen und irgendwann unterbrach er die Zwerge und mahnte an, diesen Ort zu verlassen, da Smaug jetzt wüsste, wo er sie finden könnte.
Die Zwerge nannten ihn einen Schwarzseher, aber da Bilbo die Sache so ernst nahm, dass die Zwerge schließlich taten, was Bilbo vorgeschlagen hatte.
Drinnen im Gang beratschlagten sie das weitere Vorgehen. Keinem war wohl bei dem Gedanken, dass, wenn der geheime Eingang nicht mehr zu nutzen war, ihnen nur der Weg über das Drachenlager führte. Die Zwerge waren Bilbo so dankbar, dass Thorin ihm sogar anbot, dass er sich seinen vierzehntel Anteil selber aussuchen konnte.
Damit wandte sich das Gespräch dem Schatz selber zu und sie überlegten, was noch alles da war und sie hofften, dass der große weiße Edelstein, den die Zwerge im Herz des Berges gefunden hatten, der Arkenjuwel von Thrain noch vorhanden war.
Bilbo lauschte jedoch nicht den Gesprächen über den Zwergenschatz. Er saß am nächsten an der Tür und horchte auf Laute und Geräusche von draußen. Es wurde dunkler und der Hobbit immer unruhiger.
Auf sein Drängen hin schlossen die Zwerge die geheime Tür und sie waren somit im Berg eingeschlossen.
Dies war ihr Glück. Sie waren kaum ein Stück den Tunnel hinab gekrochen, als die Bergflanke von einem riesigen Rammbock getroffen wurde. Es war, als ob Riesen einen Mauerbrecher dagegen geschleudert hätten. Die Wände krachten, Steine brachen von der Decke auf sie herab. Sie flohen noch tiefer den Gang hinein und waren froh, dass die Tür geschlossen gewesen war.
Draußen zerschlug der wütende Drache mit den gewaltigen Schlägen seines Schwanzes den kleinen Felsvorsprung, bis der Drosselstein, der luftige Lagerplatz und sogar das verbrannte Gras zerstört war und eine Steinlawine über die Klippe hinab ins Tal stürzte.
Smaug hatte, wie Bilbo es geahnt hatte, in aller Stille sein Lager verlassen und hatte sich lautlos in die Luft erhoben. Er hatte gehofft, unerwartet auf etwas oder irgendwen zu treffen und zu fangen oder den Tunneleingang zu erspähen.
Als er nichts fand, wo er den Eingang vermutete, war er furchtbar wütend geworden. Nachdem er alles zerstört hatte machte er sich, immer noch wütend, auf den Weg in Richtung zum Eiligen Wasser und Seestadt und schwor den Menschen dort Rache, weil sie den Dieben geholfen hatten.
So, dies wäre erst einmal die Zusammenfassung meinerseits und nun noch einige Anmerkungen.
Diesmal ist es auch wieder mal der Hobbit, der die Zwerge rettet und sich dem Drachen gegenüber stellt. Obwohl die Zwerge über den "Drachenzauber" Bescheid wissen, fühlt sich keiner von ihnen gemüssigt, Bilbo darüber zu informieren.
Beim ersten Gang in die Tiefe ist nur Balin bereit, den Hobbit ein Stück zu begleiten.
Es zeigt sich, dass auch ein Hobbit sich dem "Goldrausch" nicht so ganz entziehen kann.
Die alte Drossel taucht wieder auf und wir erfahren durch Thorin ein bisschen mehr über sie.
Auch Drachen stehen auf Rätsel und Bilbo - ob aus Übermut oder Spaß - verrät mehr als er möchte.