O.k. Da nun alle wieder da sind und momentan keiner Urlaub plant, können wir ja weiter machen.

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9. Kapitel - Fässer unverzollt
Da sie sich nicht darauf einigen konnten, welches nun der richtige Weg ist und sie mehr stolperten als liefen, blieb es nicht aus, dass sie den Elben in die Hände fielen.
So entkräftet wie sie waren, dachten sie auch nicht an Gegenwehr und gegen die Adleraugen der Elben hätten sie eh keine Chance gehabt.
Bis auf Bilbo harrten sie der Dinge, die da auf sie zu kommen mögen. Der hatte unterdes den Ring übergestreift und sich in die Büsche verzogen.
So zählten die Elben den Hobbit nicht mit, als sie die Zwerge in einer langen Reihe zusammen banden und bemerkten auch nicht, dass er ihnen ihm Fackelschein folgte.
Diese führten die Zwerge über eine Brücke, unter der der Fluss mit lautem Rauschen dahin floss. Die Brücke endete an einem Höhleneingang, was den Hobbit etwas zögern ließ und er es gerade so schaffte, den letzten Elben zu folgen bevor sich das Tor schloss.
Doch diese Stollen und Gänge unterschieden sich sehr von denen der Orks. Sie waren heller, gingen nicht so tief in den Berg hinein und es wehte immer ein frischer Luftzug.
Die Zwerge wurden in die große Halle zum Elbenkönig geführt. Doch auch er bekam nicht sehr viel mehr aus ihnen heraus, wie schon aus Thorin. Die Zwerge waren verärgert, hungrig, müde und knurrig. Dies stimmte natürlich den Elbenkönig auch nicht nicht freundlicher und er befahl, die Zwerge in Einzelzellen zu sperren. Sie bekamen jedoch zu Essen und zu Trinken, konnten jedoch, wenn sie weiter so schweigsam blieben, nicht über die Schwelle der Zelle treten.
Natürlich verriet er ihnen auch nicht, dass er Thorin schon in seiner Gefangenschaft hatte. Dies fand Bilbo heraus.
Der arme Bilbo verbrachte dort eine lange Zeit ganz alleine und auf sich gestellt. Da er niemals wagte, den Ring abzunehmen geschweige den viel zu schlafen. Um sich die Zeit zu vertreiben, strich der durch das Reich Elben, er verscuhte ihnen bei ihren Ausritten in den Wald zu folgen und fand ihre Vorratskammern, aus denen er sich bediente. Die Zwerge wollte er nicht verlassen, er hätte auch nicht gewusst wohin er alleine hätte gehen sollen. Er folgte den Wachen und fand nach einiger Zeit mit viel Glück heraus, wo die Zwerge untergebracht waren. Beim Belauschen der Wachen erfuhr er auch davon, dass sie noch einen Zwerg gefangen hielten und zwar sehr viel tiefer als die anderen. Und so fand Bilbo mit sehr viel Glück die Zelle von Thorin.
Was für ein Glück für alle, denn Thorin war schon knapp davor aufzugeben und dem Elbenkönig den Grund der Reise und vom Drachenschatz zu erzählen.
So fungierte der Hobbit eine zeitlang als Bote zwischen den Zwergen und Thorin erfuhr, wie Bilbo die Zwerge vor den Spinnen gerettet hatte.
Sie blieben dabei, den Elben nichts von dem Schatz zu erzählen. Bilbo stieg immer mehr in der Hochachtung der Zwerge, genau wie Gandalf es voraus gesehen und gehofft hatte. Leider stand er nun unter dem Zwang, eine Möglichkeit zu finden, die Zwerge aus ihrer doch misslichen Lage zu befreien.
Dies behagte nun den Hobbit nicht so ganz, denn dem gefiel es gar nicht, wenn sich jemand auf ihn verließ. Da wünschte er sich mal wieder den Zauberer an seine Seite.
Da dies natürlich nicht möglich war, musste er sich nun etwas einfallen lassen. Er wusste, durch die verzauberten Tore konnten sie nicht entkommen, also musste er sich etwas anderes einfallen lassen.
Eines Tages machte Bilbo beim Herumschnüffeln eine Entdeckung...
Die großen Tore waren nicht der einzige Eingang zu den Höhlen - ein Wasserlauf strömte in der Tiefe dahin und vereinigte sich mit den Nachtwaldfluss, allerdings in Form eines Wasserfalls am Ende. Vorher floss er durch einen langen dunklen Tunnel von den Kellern des Berges.
In den Kellern wurde der Wein und die Lebensmittel gelagert. Vorwiegend lagerten in den Kellern jedoch Weinfässer, denn die Elben liebten Wein, den sie bei ihren Feiern ausgiebig tranken. Allerdings wuchs in ihrer Nähe kein Wein und sie mussten sich diesen liefern lassen.
Aus diesem Grund hatten sie ein Abkommen mit den Menschen von Seestadt abgeschlossen. Die Fässer wurden über den Nachtwaldfluss befördert und meist in Form von Flössen zusammen gebunden und herauf befördert.
Die Elben warfen die leeren Fässer einfach durch die Falltüren und die Strömung trieb diese stromabwärts und am Ostsaum des Waldes wurden sie dann zusammen getrieben und nach Seestadt befördert.
In Bilbo reifte ein Plan heran und das Glück war in einer Nacht auch mit ihnen. Der Kellermeister war ein Freund des Behelfshabers der Wache und dieser nahm den Chef der Wachen mit, damit dieser mal vom Lieblingswein des Königs probieren konnte.
Dieser Wein hatte es in sich und so dauerte es nicht lange, bis beide in tiefen Schlummer sanken. Bilbo nahm die Schlüssel der Zellen an sich, befreite die Zwerge und schloss sorgfältig die Türen wieder ab.
Nachdem alle befreit waren, erklärte ihnen Bilbo den Plan und wie er erwartet hatte, waren diese natürlich darüber nicht begeistert. Bilbo war mittlerweile aber so sauer, dass er ihnen anbot, sie wieder in ihre Zellen zurück zu bringen, damit sie dort versauern können.
Das wollten die Zwerge natürlich auch nicht und stimmten dem Plan mürrisch zu. Der Weg führte sie an den immer noch schnarchenden Wacht- und Kellermeister vorbei und Bilbo hängte dem Befehlshaber die Schlüssel wieder an. So hoffte er, dass dieser dann am nächsten Tag weniger Ärger bekam.
Es war keine Zeit mehr zu verlieren, denn Bilbo wusste, dass die anderen Elben bald auftauchen würden, um die leeren Fässer zu entsorgen. Nach einiger Zeit wurden auch 13 geeignete Fässer gefunden und Bilbo versuchte sein möglichstes, um die Fässer innen mit Stroh abzupolstern.
Kaum war der letzte Zwerg in den Fässern verpackt, da kamen auch schon lachend und singend die Elben an, die die Aufgabe hatten, die Fässer in den Strom zu werfen.
Die tranken gleich noch was mit, als sie die beiden schlafenden Gestalten sahen, allerdings waren sie nicht so betrunken, um nicht zu bemerken, dass einige Fässer schwerer waren. Der Kellermeister reagierte darüber knurrig und da sie es eilig hatten, zum Fest zurück zu kehren, widersprachen sie ihm nicht und warfen alle Fässer ins Wasser.
In diesem Augenblick merkte der Hobbit, das sein Plan einen Haken hatte. Wie sollte er denn nach draußen gelangen? Da gab es kein Fass und auch niemanden, der ihn in einem verpacken konnte...
Voller Verzweiflung und voller Angst klammerte sich Bilbo an das letzte Fass und wurde zusammen mit ihm in das Wasser gestoßen. Wie eine nasse Ratte hing der arme Bilbo an dem Fass und musste aufpassen, dass er nicht unter Wasser blieb oder mit den anderen Fässern zusammen stieß. Bilbo fing mittlerweile an zu frieren, denn es wehte ein kalter Wind über das Wasser und lange würde er sich nicht mehr an dem Fass festhalten können.
Doch auch diesmal war ihnen das Glück hold und sie wurden dicht ans Ufer getrieben. Dort warteten schon einige Elben, die die Fässer zusammen trieben und fest miteinander verbanden. Dort sollten sie die Nacht lagern und am nächsten Morgen sollte die Reise weiter gehen.
Bilbo suchte die Nähe der Feuer und des Essens. Leider sorgte er für einige Aufregung, da er trotz des Ringes nasse Fußspuren hinterließ und auch mehrmals heftig niesen musste.
Halbwegs trocken erwachte Bilbo am nächsten Morgen mit einem kräftigen Nieser und schaffte es gerade noch rechtzeitig ohne bemerkt zu werden auf das Floss.
Leider konnte er nicht sagen, ob die Zwerge das ganze Abenteuer überlebt hatten.