Lesezirkel "Der kleine Hobbit" von J.R.R. Tolkien




Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden,
ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden ...

Beitragvon Demona » Fr 1. Aug 2008, 20:50

@ Cellmo

Ne, ne, Smeagol war einem Hobbit nicht unähnlich, aber trotz allem kein Hobbit. :mrgreen:

Dächte ich, war die Äußerung von Gandalf an Frodo....
"Möge Gott sein zwischen Dir und dem Leid, an allen verlassenen Orten, die Du erreichen wirst." (ägyptischer Segensspruch "Babylon 5")

"Wichtig ist nur, was du mit der Zeit anfängst, die dir in deinem Leben gegeben ist." (Gandalf zu Frodo in Moria, HdR- Die Gefährten)
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von Anzeige » Fr 1. Aug 2008, 20:50

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Beitragvon seirex » Fr 1. Aug 2008, 21:01

Smeagol ist definitiv ein Hobbit.

LG

seirex
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Beitragvon Cellmorbasg » Fr 1. Aug 2008, 21:35

@Demona
Die Äußerung die du da von Gandalf im Ohr hast ist aus dem Film (weiß nicht, ob sie so auch im Buch vorkommt).
Ich denke Gandalf meint die Aussage in dem Sinn - dass er kein Gollumj kein Hobbit von der Art war - wie Bilbo und Frodo.
Die beiden kommen aus dem Auenland - Sméagol gehörte zu den Starren (einer von drei Hobbitstämmen).

siehe Artikel bei Ardapedia
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Beitragvon Demona » Fr 1. Aug 2008, 21:57

@ cellmo und seirex

Dann habe ich wohl was falsch interpretiert bzw. verstanden. :wink:
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Beitragvon Cellmorbasg » Sa 2. Aug 2008, 17:13

Sie begriffen auch, dass jetzt der gefährlichste Teil ihrer Reise angefangen hatte - und das ohne den Zauberer...

Tolkien vollzieht den Verlust des Mentors hier sehr einfach - er muss nicht sterben und anschließend durch ein Porträt sprechen oder wiedergeboren werden :wink:
Ganz schlicht geht Gandalf seinen Weg um andere gefährliche Angelegenheiten zu lösen.

Wie wichtig Gandalf ist, sehen wir an seinem Umgang mit Beorn - er weiß ganz genau wie er sich wo und wem gegenüber in Mittelerde verhalten muss (ganz im Gegensatz zu den Zwergen?!) - Beorn kennt zwar Gandalf nicht, aber Gandalf kennt ihn.
Obwohl Beorn seine Gestalt in einen Bären verwandeln kann ist er doch nur ein Mensch - und so ist auch sein Lebensalter beschränkt. Dennoch wirkt sein Haus wie eine Stätte des Guten, so wie Bruchtal oder Tom Bombadils Hütte.
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Beitragvon nevermore » So 3. Aug 2008, 20:29

Was ist das eigentlich mit Bilbos Neigung, das Frühstück zu verschlafen?

Tolkien ist in diesem Kapitel wirklich sehr, fast schon übermäßig explizit, was die Hinweise auf die "Heldenreise" betrifft. Der Mentor, der hier anders als in vielen anderen Heldengeschichten den Reisenden nicht irgendwie weggenommen wird, sondern sich angekündigt verabschiedet - zum Unmut derer. Direkt vor dem düsteren Wald, wo der eigentlich gefährliche Teil der Reise beginnt. Nicht nur ist es dort tags schon finster wie in der Nacht (solche Passagen hatten wir auch schon in Krabat), es gibt dort auch keine Tiere und selbst die Ponies müssen sie abgeben. Sie sind jetzt wirklich ganz auf sich gestellt und Gandalf weist implizit Bilbo die Führungsrolle zu - er ist es, auf den die Zwerge im Zweifelsfall zählen können. Bilbo wirkt nicht so, als ob er sich dem wirklich gewachsen fühle.

Noch mehr zur Heldenreise: Mehrfach wird ihnen eingetrichtert, den Pfad - also den vorgegebenen Lebensweg - nicht zu verlassen; bin gespannt, was daraus werden wird. Lachen musste ich an einer Stelle am Schluss, wo es sinngemäß heißt, "ihr habt die Einöde verlassen, und jetzt gibt es keine sicheren Wege mehr". Das ist nun wirklich Symbolik mit dem Holzhammer; kinderbuchmäßig eben.
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Beitragvon Demona » So 3. Aug 2008, 20:59

Gandalf weist implizit Bilbo die Führungsrolle zu - er ist es, auf den die Zwerge im Zweifelsfall zählen können. Bilbo wirkt nicht so, als ob er sich dem wirklich gewachsen fühle.


Was das betrifft denke ich mal, dass Gandalf ganz genau weiß, dass in den Hobbits mehr steckt als man meint. Er sagte ja auch einmal, da kann man Hobbits ein ganzes Leben lang kennen und sie würden einem an Ende immer noch überraschen.
Und wenn ich ehrlich bin, halte ich Bilbo - bis auf wenige Ausnahmen, wie Balin - für den Vernünftigsten und nicht Schatzbesessenen in der ganzen Truppe.

Was ist das eigentlich mit Bilbos Neigung, das Frühstück zu verschlafen?


Keine Ahnung, ich denke mal, dass das ihn selber überrascht.


Aber wie Cellmo schon sagt, ist hier das Erstaunliche, dass der Mentor mal nicht aus dem Leben scheidet, sondern einfach was anderes zu tun hat. Und das ist auch ziemlich wichtig, wie später mal heraus kommt.
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Beitragvon Demona » Di 5. Aug 2008, 20:20

O.k., dann fahren wir mal fort. Das nächste wäre dann:


8. Kapitel - Fliegen und Spinnen



Leider muss ich sagen, dass mir dieses Kapitel nicht so gut gefiel. M.M. nach zog es sich wie ein Gummiband in die Länge. Aber naja, das ist ja bekanntlich Geschmackssache. Dann legen wir mal los...


Die Einleitung am Anfang gefiel mir allerdings sehr gut, obwohl sie mich leicht an Dornröschen erinnerte. :mrgreen:

Sie zogen in einfacher Reihe dahin. Der Eingang des Weges sah wie ein Torbogen zu einem dunklen Stollen aus. Zwei große Bäume, die sich einander zuneigten, bildeten das Eingangsgewölbe. die Bäume waren schon viel zu alt, von Efeu erdrosselt und flechtenbehangen, um mehr als nur wenige schwarz gefärbte Blätter zu tragen.


Für mich wird da schon angezeigt, was sie für einen Weg vor sich haben und das dieser sicherlich nicht einfach wird.
Sie sahen nur schwarze Tiere, hörten merkwürdige Geräusche, aber das Schlimmste waren die Spinnenweben überall. Anfangs kam noch ein kleiner Lichtstrahl durch den dichten Wald, aber später dann auch nicht mehr.
Es gab keine Sonne mehr, kein Luftzug rührte sich, es roch nach Moder und es waren - je tiefer sie in den Wald kamen - auch kaum noch Geräusche zu vernehmen.
In der Nacht wurde es sogar so dunkel, dass Bilbo die Hand vor der Nase nicht sehen konnte. Ein Feuer zündeten sie auch nicht mehr an, da sie sich von hunderten Augen beobachtet fühlten.
Nach und nach ließen die Vorräte nach und sie hatten auch kein Gefühl mehr dafür, wie lange sie schon in dem Wald unterwegs waren.
Schließlich kamen sie an den schwarzen Fluss. Wenn Beorn sie nicht eindringlich vor dem Fluss gewarnt hätte, sie hätten daraus getrunken, da ihr Wasser knapp wurde. Auch überlegten sie, wie sie ans andere Ufer kommen könnten.
Bilbo, der die besten Augen von allen hatte konnte am anderen Ufer ein Boot erkennen und sie versuchten, es zu sich rüber zu ziehen.
Mit viel Glück konnten sie das Boot zu sich herüber ziehen. Lieder ereignete sich beim Übersetzen ein Unglück und Bombur, der dickste Zwerg fiel in den verzauberten Fluss und drohte zu Ertrinken. sie konnten ihn gerade noch retten, nur leider schlief er, kaum dass er das Ufer erreichte auf einmal tief und fest ein. Was auch immer sie versuchten, sie konnten ihn durch nichts wecken.
Also blieb ihnen nichts anderes übrig als den dicken Zwerg zu tragen. Vier Tage nach dem Erlebnis am Fluss gingen ihnen auch noch die Lebensmittel aus und es sah nicht danach aus, dass sie etwas geeignetes zu Essen finden würden.
Dann kamen sie an eine Stelle, wo nur noch Buchen wuchsen und sich das Licht änderte. Bombur schlief immer noch und sie waren völlig fertig. Dann hörten sie merkwürdige Geräusche, die wie Gelächter und Gesang klangen. Es waren zumindest keine Orkstimmen, was sie etwas beruhigte.
Einige Tage später änderte sich der Pfad, er begann sich zu neigen und hier wuchsen nur noch Eichen. Bilbo wurde zum Spähr auserkoren und er musste auf die Spitze des Baumes klettern und nachsehen, wie weit der Wald ging.
Statt den Zwergen sofort zu antworten - denn er sah nur das grün des Waldes, genoss er die Sonnenstrahlen und den Wind, welche sein Gesicht streichelten und beobachtete die Schmetterlinge.
Leider hatte der arme Bilbo auch keinen Orientierungssinn, sonst hätte er erkennen können, dass er das Ende des Waldes auf diesem Baum nicht erkennen konnte, da er im Tal stand. Eigentlich waren sie nämlich gar nicht so weit vom Waldesrand entfernt.
Aber so machte sich Bilbo nach einer Weile wieder enttäuscht auf den Weg nach unten und die Zwerge waren nicht allzu begeistert von seinen Ausführungen.
Am nächsten Morgen hatten sie kein Essen mehr und es begann zu regnen. Das einzig gute was sich ereignete war, dass Bombur plötzlich und ohne Grund aufwachte, riesigen Hunger hatte und sich nicht erinnern konnte, wie er in den Wald gekommen war. Seine letzte Erinnerung war Tag des Beginns ihrer Reise.
Nachdem sie ein gutes Stück gegangen waren, weigerte sich Bombur weiterzugehen und wollte lieber schlafen und von Essen träumen, anstatt mit knurrenden Magen weiter zu laufen. Bevor es zum Streit kommen konnte sah Balin, der ein bisschen voraus war ein Licht aus dem Wald scheinen.
Sie konnten Bombur, der natürlich geradewegs auf das Licht zulaufen wollte - weit ab vom Pfad - davon abhalten. Nach langer Beratschlagung, wer denn nun das Licht auskundschaften sollte und aus Angst denjenigen dann nicht wieder zu finden, krochen sie alle zusammen auf die Stelle zu.
Kaum waren sie an der Stelle angekommen, wurden sie bemerkt und die Feuer gingen aus. Nach langen hin und her hatten sie sich alle im Dunkeln wieder gefunden. ABER, sie waren weit ab vom Pfad und wussten auch die Richtung, aus der sie gekommen waren nicht mehr. Also mussten sie sich dort für die Nacht einrichten. Dori, der die erste Wache hatte, rief, kaum das Bilbo eingeschlafen war, dass die Lichter wieder da waren und viel mehr als zuvor.
Diesmal wollten sie schlauer sein und schickten den armen Bilbo als Begrüßung vor, da sie dachten, er würde denen keine Angst einjagen. Bevor Bilbo seinen Ring anlegen konnte, stießen ihn die Zwerge vor, was sich als Fehler erwies. Die Feuer erloschen wieder und diesmal konnten sie Bilbo nicht wiederfinden.
Als sie ihn endlich fanden, Dori war über ihn gestolpert, schlief er zusammen gerollt auf dem Boden und war schwer wach zu bekommen. Außerdem war er nicht sehr begeistert, dass er aus dem wunderschönen Traum geweckt worden war, wo es so tolle Mahlzeiten gab.

Es sollten jedoch nicht die letzten Lichter gewesen sein, die sie zu sehen bekamen. Im Morgengrauen weckte sie Kili und führte sie zu den neuen Feuern. Sie konnten schon vom Weiten das Singen und Lachen hören.
Doch dieses Mal war ihnen das Glück überhaupt nicht hold. Dieses Fest, dem sie sich näherten, war größer und lautern als die voran gegangenen. Am Ende der langen Festtafel saß der Waldlandkönig mit einer Blattkrone im goldenen Haar - genau ihn hatte Bombur in seinen Träumen gesehen. Das Elbenvolk feierte ausgelassen.
Doch als Thorin in ihre Mitte trat, um um Hilfe zu bitten wurde es totenstill. Die Feuer gingen in Rauchschwaden aus und die Asche und der Ruß wehte den Zwergen in die Augen. die Zwerge schrien und klagten und Bilbo rannte panikartig auf der Suche nach seinen Freunden herum.
Nach einer Weile war jedoch nichts mehr zu hören und Bilbo war - mal wieder - allein in der Dunkelheit.


Dieses Mal handelte er jedoch ruhig und überlegt. Er sah ein, dass es nichts bringen würde, wenn er seinen Freunden in der Dunkelheit nachjagte, noch dazu, wenn nicht die Aussicht auf ein gutes Frühstück bestehen würde.
Also setzte er sich an einen Baum gelehnt hin und wanderte in Gedanken mal wieder zu seiner geliebten Hobbithöhle und der darin befindlichen Speiskammer.
Dabei bemerkte er fast zuspät, dass er von Spinnweben eingewickelt wurde. Gerade noch rechtzeitig erkannte er die Gefahr und ihm gelang mit Hilfe seines Schwertes das Unmögliche, er tötete die Riesenspinne. Dabei fiel er aber selbst vornüber und konnte sich für eine Weile an nichts erinnern.
Als er wieder zu sich kam, fühlte er sich wilder und kühner als zuvor, denn er hatte die Spinne ohne fremde Hilfe getötet.
Eine Weile überlegte er, in welche Richtung er gehen sollte, um seine verschwundenen Weggefährten zu finden. Wohlweislich hatte er sich den Ring an den Finger gesteckt und nach einer Weile traf der auf eine Stelle, wo lauter Spinnen über ihm in den Bäumen hingen.
Aufgrund der Erzählungen der Spinnen erkannte er, dass ihm nicht mehr viel Zeit blieb, um seine Freunde zu retten, die in Kokons verpackt, an den Zweigen hingen. Nachdem er einige Kieselsteine - und Bilbo war ein ausgezeichneter Steinewerfer - auf die Spinnen geworfen hatte und einige damit getötet hatte wurden die natürlich wütend und liefen in die Richtung aus der die Steine geflogen kamen.

Blitzschnell überlegte Bilbo und kam zu dem Entschluss, dass er die Spinnen von den Zwergen fortlocken musste, damit diese eine Chance hatten.
Er entschlüpfte den Spinnen auch immer wieder und damit sie ihm auch wirklich folgten, dachte er sich noch ein singendes Verslein für sie aus.
Die Spinnen waren jedoch auch nicht dumm und hatten, rings um den Platz wo Bilbo stand, ein riesiges Netz gespannt. zum Glück fand er eine Lücke und mit seinem Schwert schlug er die Stricke entzwei und entkam.
Leise schlich er an die Stelle zurück, wo die Zwerge hingen und befreite als erstes Fili, der ihm dabei haf die anderen zu befreien.
Leider kamen die Spinnen zurück bevor Bilbo alle befreien konnte und so musste er - diesmal ohne Hilfe des Ringes, denn den hatte er bei der Rettung von Fili abgenommen - gegen die ankommenden Spinnen kämpfen. Diese waren nun wütender als zuvor.
So blieb ihnen nichts anderes übrig als gegen sie zu kämpfen. Leider waren die Spinnen in der Überzahl und Bilbo musste den Zwergen wohl oder übel von dem Ring erzählen, um die Spinnen wieder mal von ihnen wegzulocken.
Da die Zwerge jedoch von der langen Hängerei nicht sehr gut zu Fuss waren, kamen sie auch nicht schnell genug voran und wieder musste Bilbo ihnen zu Hilfe eilen.

Als das geschafft war und sie an einer viel helleren und freundlicheren Stelle angekommen waren löcherten sie natürlich Bilbo mit Fragen über den Ring und Gollum. Nachdem er ihnen nochmals, diesmal ausführlicher alles erzählt hatte, fielen sie in den Schlag, bis Dwalin aufschreckte und fragte: "Wo ist Thorin?"

Der arme Thorin war viel eher als die anderen gefangen genommen worden und das nicht von den Spinnen.
Der war von den Waldelben gefangen genommen worden und zu ihrer Königshöhle gebracht worden. Die Waldelben waren nicht sehr begeistert darüber, dass Thorin und seine Leute die Feier unterbrochen hatten und auf einige Zwerge leider auch nicht gut zu sprechen.
Leider war thorin auch sehr wütend, da sie ihn erst einmal an einen Baum gebunden hatten und beantwortete die Fragen des Elbenkönigs nur zum Teil.
Darüber war der König nicht sehr begeistert und so wurde Thorin erst einmal in das Verlies gebracht, allerdings wurde er dort ausreichend mit Essen und trinken versorgt.
So ging es ihn um einiges besser, als einen Gefährten.

Allerdings sollte es nicht sehr lange dauern, bis sie sich wieder sehen würden.
Zuletzt geändert von Demona am So 10. Aug 2008, 13:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon nevermore » Sa 9. Aug 2008, 20:29

Also langweilig fand ich das Kapitel jetzt nicht unbedingt, aber so begeistert davon bin ich auch nicht.

Bilbo und Zwerge sind jetzt ganz klar in der "Unterwelt" und müssen sich mit Monstern rumschlagen. Die Szenen mit den Spinnen erinnern ungemein an Rowlings "Chamber of Secrets", nur dass es hier keine hilfreiche Über-Spinne gibt; aber alles andere inklusive - mal wieder - der Bedrohung, gefressen zu werden, klingt doch sehr vertraut. HP ist wirklich eine Pastiche, ein Patchwork aus Elementen anderer Werke.

Bilbo verlässt, verleitet von der Versuchung des Elbenfestes, den Pfad - auf sowas habe ich ja gewartet - und findet sich mal wieder ganz allein gelassen wieder. Diesmal kommt er aus eigener Kraft, zwar mit Schwert und Rings Hilfe, aber dennoch mit deutlich mehr Eigenleistung als vorher, aus der Sache heraus. Er weiß jetzt was er tut, es heißt, der Kampf mit der Spinne habe ihn „verändert“. Er nimmt jetzt die Dinge selber in die Hand, und zwar überlegt.

Ich muss sagen, dass mir diese Wandlung etwas zu schnell geht und für mich nicht wirklich überzeugend ist. Ich verstehe schon das Bild mit dem Pfad verlassen, dem Kampf mit der Spinne, und dass er dadurch zum Helden wird. Aber die Charakterentwicklung vom Angsthasen zum Helden, der furchtlos die Spinnen hinter sich her lockt und die Zwerge fast im Alleingang rettet, geht mir zu hopplahopp. Obwohl die Geschichte aus Bilbos Perspektive geschrieben ist, kommt nicht herüber, was bei diesem Kampf innerlich mit ihm geschehen ist, das diese Wandlung hervorgerufen hätte. Es werden keinerlei Gefühle und Gedanken Bilbos während dieses Kampfes beschrieben; auch nicht, dass in seiner Ohnmacht etwas auf der geistigen Ebene mit ihm passiert wäre. Er tötet die Spinne, wird ohnmächtig, und als er wieder aufwacht, teilt uns Tolkien mit, Bilbo sei jetzt ein ganz anderer Hobbit, "wilder und kühner". Keine näheren Erläuterungen, wie sich Bilbo dies erklärt, ob er überhaupt darüber nachdenkt, und wie er damit umgeht. Als Leserin fühle ich mich da irgendwie vor die Auskunft gestellt, Bilbo hat sich verändert, und ich solle das akzeptieren. Ich hätte gern etwas über die Hintergründe, die Art dieser Veränderung und Bilbos Reaktion auf diese doch sehr radikale Veränderung in Bilbos Charakter gehört.
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Beitragvon Demona » So 10. Aug 2008, 13:46

Ich muss sagen, dass mir diese Wandlung etwas zu schnell geht und für mich nicht wirklich überzeugend ist. Ich verstehe schon das Bild mit dem Pfad verlassen, dem Kampf mit der Spinne, und dass er dadurch zum Helden wird. Aber die Charakterentwicklung vom Angsthasen zum Helden, der furchtlos die Spinnen hinter sich her lockt und die Zwerge fast im Alleingang rettet, geht mir zu hopplahopp.


Ganz so würde ich es nicht formulieren. Es waren schon vorher einige Anzeichen da, die zeigten, dass mit Bilbo ein Wandel vorging. Ich halte ihn auch für einiges besonnener und überlegter als die Zwerge, wohl auch ein Grund, warum Gandalf sich für einen Hobbit entschied.

Bilbo hat schon vorher gezeigt, dass er, wenn er einen Großteil seiner Angst hinter sich lässt, über sich hinaus wachsen kann.

Er tötet die Spinne, wird ohnmächtig, und als er wieder aufwacht, teilt uns Tolkien mit, Bilbo sei jetzt ein ganz anderer Hobbit, "wilder und kühner". Keine näheren Erläuterungen, wie sich Bilbo dies erklärt, ob er überhaupt darüber nachdenkt, und wie er damit umgeht. Als Leserin fühle ich mich da irgendwie vor die Auskunft gestellt, Bilbo hat sich verändert, und ich solle das akzeptieren. Ich hätte gern etwas über die Hintergründe, die Art dieser Veränderung und Bilbos Reaktion auf diese doch sehr radikale Veränderung in Bilbos Charakter gehört.


Ich glaube, dass hier auch zum großen Teil der Ring, den Bilbo besitzt, eine Aktie daran hat, wie Bilbo sich verändert und vor allem z.T. wie schnell.
Ein anderer als Bilbo hätte den Ring für seine Zwecke missbraucht - wie Gandalf und später auch Galadriel von sich sagen, auch wenn es bei ihnen mit bester Absicht geschehen würde, es würde sie jedoch nicht zu besseren ihrer Art machen - aber Bilbo, und das ist der wichtigste Wesenszug eines Hobbits, würde gar nicht auf so eine Idee kommen und das ist etwas, was der Ring nicht wissen und ahnen konnte.
Und das ist es, was Bilbo, später dann Frodo und auch Sam zu den besten Ringträgern machen.
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