Do 16. Jul 2009, 18:57
Ich hab ihn heute gesehen! Meine Schwester kam mir allerdings gestern zuvor und übermittelte mir vorher noch ihr Urteil: Der schlechteste Harry-Potter-Film von allen.
Das hatte mich schon überrascht. Dennoch habe ich mich davon frei gemacht und an meine eigenen guten Vorsätze erinnert.
Der Film beginnt und die Vorsätze beginnen mir schwer zu fallen.
Es wirkt über weite Strecken verkrampft und leider muss ich sagen, dass sich die Erzählweise zum Vorgänger nicht geändert hat: Szene reiht sich zusammenhangslos an die nächste Szene. Es ist als wenn man das Buch teilweise bebildert hätte, dazwischen bleiben immer Lücken - für einen Buchkenner kein Problem, ob das Nicht-Leser auch so sehen vermag ich nicht zu beurteilen
Die Bilder an sich haben mir allerdings sehr gut gefallen - besser als zuletzt. Zudem gibt es gute Musik.
Daniel Radcliffe hat mir in einer Szene sogar erwähnenswert gut gefallen: als er mit Hagrid und Slughorn bei dem toten Aragog steht, macht er eine gute Figur. Ansonsten bleibt er teilweise blass. Am besten vom Trio gefällt mir nach wie vor Emma Watson.
Slughorn hatte ich mir ehrlich gesagt anders vorgestellt (allein wegen der Körperausmaße) als auf der Leinwand, aber das wurde immer weniger ein Problem für mich.
Was meine Schwester zu ihrer Einschätzung brachte war der viele (und zum Teil auch deplazierte) Humor - auch ich finde sie haben es ein wenig übertrieben und das viele Herumgeplänkel um die Entdeckung der Liebe. Auch für mich waren das (mit der Ausnahme des Gespräches von Harry und Hermine auf der Treppe) nicht die erinnerungswürdigsten Momente, aber ich finde es in Ordnung - vor allem vor dem Hintergrund des Zielpublikums und das die Liebe ja eigentlich ein zentrales Element im Werk ist.
Wir sehen eine Mege von Dumbledore und das finde ich richtig gut. Michael Gambdon macht seine Sache hervorragend.
Generell finde ich, dass der Film mit der Zeit besser wird. Die zweite Hälfte schlägt die Erste.
Das Drehbuch nimmt sich einige Freihheiten, die ich sehr begrüße: der Angriff der Todesser auf den Fuchsbau und vor allem Draco bei den Vorbereitungen des Verschwindekabinetts im Raum der Wünsche.
Ich finde man hätte das noch auf die DD/Snape-Szenen die in der Geschichte des Prinzen in Band sieben vorkommen, ausdehnen können - allerdings weiß ich nicht, ob das Drehbuch bei Erscheinen von DH schon fertig war (was eigentlich auch keine Entschuldigung ist, aber naja).
Da sehe ich halt nach wie vor den großen Mangel der Reihe: Es wäre besser, wenn alle Bücher und damit die komplette Geschichte bekannt gewesen wären, um sich dann zu überlegen wie man daraus eine siebenteilige Filmreihe macht.
So ist das ganze wie schon gesagt Stückwerk - eine großartige Bebilderung des Buches. Ich denke nicht das die Filme eigenständig funktionieren - der entscheidene Gegesatz zu Peter Jacksons Herr der Ringe Trilogie.
Den Schluss, um das Abenteuer in der Höhle und den Tod von DD, finde ich richtig gelungen: sehr düster, traurig und emotional - einfach schön (nochmal sei die Musik lobenswert erwähnt). Ich finde man hätte soagr mit dem toten DD aufhören können (ohne Szene des Trios auf dem Turm) - dann wäre das ganze noch düsterer in der Stimmung geblieben - so wie Episode drei bei Star Wars, aber vielleicht hebt man sich das für Film sieben/I auf.
Die Schlussszene an sich fand ich in Band fünf schon sehr gut - und auch diesmal ist sie gelungen. Lediglich Fawkes hätte einen ausgedehnteren Klageschrei bekommen dürfen.
Ich will kein Fazit geben - Geschmäcker sind verschieden. Ich fand den Film sehenswert und für einen Potter habe ich doch erstaunlich oft 'gelungen' und 'gut' verwendet. Ein Verriss war nicht nötig
Achso, eins noch: Alan Rickman war wie gewohnt klasse als Snape (bisschen viel Bauch vielleicht).
Und nun bin ich auf eure Kommentare gespannt!