Drehbuch: Glen Morgan & James Wong
Regie: Michael Katleman
Mulder und Scully werden auf den mysteriösen Tod zweier Räuber aufmerksam. Offenbar wurde ihnen die Luftröhre von innen zugedrückt. Die Hauptverdächtige ist ihr Opfer, Lauren Kyte. Mulder glaubt, dass sie die Männer mittels Telekinese umgebracht hat.
"Shadows" ist eine der frühen Episoden, die ihre Existenz den Wünschen des Senders Fox verdankt.
http://x-files.wikia.com/wiki/ShadowsWriting partners Glen Morgan and James Wong wrote this episode as a reaction to 20th Century Fox requesting more episodes where Mulder and Scully help people while investigating the paranormal. Morgan and Wong were fond of ghost stories and executives at the company had suggested an episode that would involve poltergeists. "We should do a poltergeist show! We should have relatable characters!" Wong remembered being advised by an executive. The process of writing "Shadows" was fueled by Morgan and Wong hoping to, in Morgan's words, "get them [the Fox executives] off our back," so that he and Wong could pursue some of the more offbeat stories they had in mind.
Diese Art Kuhhandel - eine Episode nach den Wünschen des Senders zu produzieren, um im Gegenzug mehr Freiraum mit anderen Episoden zu haben - ist offenbar besonders bei neuen TV-Serien eher die Regel als die Ausnahme. Besonders in der ersten Staffel gibt es so einige dieser Art. Dabei ist "Shadows" nicht einmal schlecht gelungen. Es ist eine traditionelle Geistergeschichte mit den klassischen Themen Liebe, Tod, Schuld und Rache, die geschickt mit einer Geschichte um Wirtschaftskriminalität verwoben ist.
Mulder und Scully werden von zwei unbekannten Agenten zu dem Fall hinzugerufen - meiner Erinnerung nach das erste Mal, dass sie ernsthaft als Experten für Unerklärliches herangezogen werden. Die aufgefundenen Angreifer sind schon lange tot, die Leichen reagieren aber immer noch auf externe Stimuli. Laut Autopsie wurde ihnen die Kehle von innen her zerschmettert. Die beiden unbekannten Agenten sind sehr unkooperativ - obwohl sie es waren, die Mulder und Scully herbeigerufen haben - und nicht bereit, irgendwelche Informationen herauszugeben. Durch Mulders Geniestreich, mit einer Brille Fingerabdrücke einer der Leichen hinauszuschmuggeln, kommen er und Scully trotzdem hinter die Angelegenheit: Es sind eine Terrorzelle aus dem Mittleren Osten und eine Rüstungsfirma in den Fall verstrickt.
Im Zentrum der Geschichte steht aber nicht der illegale Waffenhandel, der die Handlung lediglich transportiert, sondern die Sekretärin Lauren Kyte und ihre Beziehung zu ihrem verstorbenen Chef - von dem sich herausstellt, dass er nicht wie offiziell verlautbart Selbstmord begangen hat, sondern ermordet wurde. Zwar fand ich die Hauptfigur etwas überzeichnet, aber die schauspielerische Leistung von Lisa Waltz in der Rolle der Lauren trägt viel zum Gelingen der Folge bei.
Lauren weiß selbst nicht, was mit ihr passiert - Mulder vermutet zuerst psychokinetische Fähigkeiten, bis er dahinter kommt, dass der verstorbene Howard Graves als Poltergeist hinter den unerklärlichen Vorgängen steckt. Scully hält Lauren lediglich für eine Komplizin, und in dieser Episode fand ich ihr Verhalten ziemlich ärgerlich. Erst ist sie die ganze Zeit über unnötig grob zu Lauren, obwohl ihre angebliche Komplizenschaft eine reine Vermutung ohne jegliche belastbaren Hinweise war, dann manipuliert sie sie, um den Fall aufzulösen. (Mulders Enttäuschung über dieses Verhalten stand ihm ins Gesicht geschrieben.) Reichlich arrogant fand ich auch ihr Auftreten gegenüber der Gerichtsmedizinerin, als es darum ging, ob Graves seinen Tod vorgetäuscht haben könnte. Die Autoren scheinen vermitteln zu wollen, dass diese Theorie nicht weniger absurd ist als die Vorstellung eines Poltergeists: "Do you know how difficult it is to fake your own death? Only one man has pulled it off - Elvis." Auch die Gerichtsmedizinerin lässt Scully eiskalt abblitzen: "Howard Graves is very dead." Für meinen Geschmack ist Scully mit ihren Zweifeln hier zu einfach davongekommen. Selbst wenn es einen lebenden Graves oder einen anderen Komplizen gäbe, wie will sie denn bitteschön die von innen zerquetschten Luftröhren erklären?
Insgesamt hat mir die Episode recht gut gefallen, auch wenn sie nicht sonderlich originell oder innovativ ist. Insbesondere wie schon erwähnt die schauspielerische Leistung von Lisa Waltz, und auch einige Szenen sind sehr schön inszeniert - so z.B. im Badezimmer, als Lauren das Blut in der Badewanne vorfindet. (Auch wenn es mit der Logik hier ein bisschen hapert - wie schafft es der Poltergeist, die Badewanne mit Blut zu füllen? Wo kam das Blut dafür her?)
Mulder sorgt mit seinen Sprüchen wieder für den nötigen Humor. Vor allem das "I would never lie" (mit samtiger Stimme
) und Elvis waren herrlich. Scully kommt natürlich wieder zu spät, um den schwebenden Einbrecher noch zu sehen - diesmal war ein klemmender Autogurt verantwortlich - und ist am Ende bei der Poltergeist-Action ausgesperrt. Witzig war auch, dass während Scully den Fall lösen will, Mulder viel lieber Psi-Phänomene beweisen will. Schönen Nostalgiefaktor hatte die Folge auch wieder. Informationen werden auf Mikrofiches von Zeitungen gesucht, Fotos in der Dunkelkammer entwickelt, es gibt Audiokassetten und Floppy-Disks ... hach, das waren noch Zeiten 
